Schufa-Auskunft
Mittwoch 31. März 2010 von admin
Ab dem 1. April 2010 haben Verbraucher das Recht, einmal im Jahr gratis alle über sie bei Auskunfteien gespeicherten Daten abzurufen. Zu den größten Auskunfteien gehören in Deutschland die Schufa (Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung) und das Unternehmen Creditreform. Der Abruf dieser Daten versetzt den Verbraucher in die Lage, z.B. alle seine in Zusammenhang mit Kreditgeschäften, Girokonten oder Telefonverträgen bestehenden Daten einzusehen.
Verbraucher konnten bereits vorher ihre Schufa-Auskunft beim Unternehmen anfordern, jedoch war diese Auskunft bisher mit Kosten verbunden. Nun erhalten sie einmal im Jahr kostenlose Auskunft beim Schufa-Verbraucherservice-Zentrum in Bochum. Wer jedoch für einen Dritten, z.B. für seinen Arbeitgeber oder Vermieter eine Schufa-Auskunft benötigt, muss dafür ab April 18,50 Euro bezahlen.
Nach Ansicht von Verbraucherzentralen sollten Verbraucher diese Möglichkeit der Auskunft nutzen, um ihre gespeicherten Daten einzusehen und eventuelle Falscheinträge zu beanstanden. Häufig kommt es vor, daß bei den Auskunfteien falsche Daten gespeichert sind, die Nachteile für Verbraucher mit sich bringen.
Neben dieser Verbesserung für Verbraucher bringt die Neuregelung des Bundesdatenschutzgesetzes auch mehr Licht ins Dunkel des so genannten Scoring-Systems. Der Score-Wert, zu deutsch “Punktwert”, vereint alle Daten eines Kunden. So beschreibt dieser, inwieweit ein Verbraucher seinen Zahlungsverpflichtungen nachkommt, ob er seine Kreditraten, Raten bei Handelsunternehmen oder Telefongesellschaften pünktlich bezahlt. Sollte er seine Raten nicht zahlen und es laufen in diesem Zusammenhang Mahnverfahren, fließen diese Informationen in die Schufa-Auskunft und in den Score-Wert ein. Die Schufa-Auskunft enthält außerdem Daten über Privatinsolvenzen oder bestehende Haftbefehle.
Die Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung in Wiesbaden als größte Auskunftei verwaltet so allein Daten von 65 Mio. Bundesbürgern. Wenn Verbraucher ein neues Konto eröffnen, einen Kredit abschließen oder den Telefonanbieter wechseln, weiß es die Schufa kurze Zeit später. Die Daten werden von den genannten Unternehmen zur Verfügung gestellt und so untereinander vernetzt. Die Schufa ermittelt so auf Grund der Daten dieser Unternehmen ihren Score-Wert. Aus vielen Millionen Einzeldaten wird ein Zahlenwert zwischen 1 und 1000 ermittelt - je besser dieser Wert, desto kreditwürdiger ist der einzelne Kunde.
Dieses System bietet den anfragenden Unternehmen die Möglichkeit, Angaben zur Kreditwürdigkeit einzelner Kunden zu erlangen. Welches Autohaus möchte schon einen Kunden, der seine Raten später nicht bezahlen wird. Verbraucherschützer bemängeln jedoch weiterhin, daß die Schufa nicht alle einfließenden Daten offen darlegt. So wird vermutet, dass neben den o.g. Daten auch Informationen zur Wohngegend und seinen Bewohnern mit einfließen. Ob diese Daten entscheidend für eine Kreditvergabe sind, bleibt dahingestellt.
Dieser Beitrag wurde erstellt am Mittwoch 31. März 2010 um 09:35 und abgelegt unter Kredit-News. Kommentare zu diesen Eintrag im RSS 2.0 Feed. Die Kommentare sind derzeit geschlossen, aber sie können einen Trackback auf Ihrer Seite einrichten.